Augenzeugen 
 berichten Namen 
 der Opfer
In Dinslaken bestand am Tag der “Machtergreifung” 1933 eine  blühende jüdische Gemeinschaft.

Die jüdischen Bürger unserer Stadt wurden in der Folge durch Willkür und antisemitische Gesetzgebung mehr und mehr drangsaliert und diskriminiert. Dieser Prozeß der Unterdrückung fand am Morgen des 10. November 1938 einen weiteren schrecklichen Höhepunkt.

Am 10. November 1938 wurde in Dinslaken die Synagoge angezündet. In einem “Judenzug” wurden die Waisenkinder des jüdischen Waisenhauses mit einem Leiterwagen durch Dinslaken getrieben. Zur Erinnerung an dieses Verbrechen haben er Evangelische Kirchenkreis, das Katholische Dekanat und die Stadt Dinslaken dieses Mahnmal errichtet. Alfred Grimm aus Hünxe gestaltete das Werk. 10. November 1998.

Das Denkmal lädt dazu ein, Position zu beziehen. Wo hätte ich gestanden an diesem Tag: Wie ein Parteigenosse , SA oder Gestapo Mann als aktiver Verbrecher oder nur am Straßenrand, am Zaun, in sicherer Entfernung zusehend?

Wenngleich auch die Unmenschlichkeit der “Zurschaustellung” und öffentlichen Verachtung der jüdischen Bürger Schlimmstes befürchten ließ so hat damals wohl niemand die fabrikmäßige Vernichtung so vieler Menschen, so vieler Nachbarn, Freunde, Mitschüler, Konkurrenten, ... vorausgeahnt. Viele jüdische Dinslakener wurden brutal ermordet. Deutsche bereicherten sich an Ihrem Hab und Gut, davon berichten die mit verschiedenen Gegenständen beladenen Kisten auf dem Denkmal.

“Und Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird ab die Schmach seines Volkes in allen Ländern (Jesaja). Die Gedenktafel nennt die Namen der Kinder, die am Tag des Pogroms im Waisenhaus lebten.

Die Rückseite des Mahnmals nennt die Namen der jüdischen Familien Dinslakens, die Opfer der Shoah wurden.

Unten finden Sie mehr darüber.

Mehr Informationen über den Schöpfer des Mahnmals und über das Kunstwerk bietet die Seite: www.alfred-grimm.com

Fünf kurze Augenzeugenberichte über das Geschehen am 10.11.1938 in Dinslaken können Sie hier nachlesen. Die Namen der Opfer finden Sie hier.

Dort, wo sich heute das Gebäude der Dresdner Bank an der Fr. Ebert - Str. befindet, stand bis 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Geblieben ist davon nach dem Pogrom nichts, nur eine Tafel erinnert.

Ein Gedenkstein in der Fußgängerzone markiert den Ort des jüdischen Waisenhauses, das seit 1885 an dieser Stelle in der Neustraße bestand. Nur ein Teil der Kinder konnte der Vernichtung entgehen.

Zahlreiche jüdische Familien wohnten in der Neustraße und hatten dort Geschäfte. An einen jüdischen Bürger, Hermann Lifmann erinnert eine Tafel an einem Haus am Anfang der Neustraße auf der rechten Straßen- seite.

Der jüdische Friedhof auf dem Kommunalfriedhof an der B8 entging der vollständigen Zerstörung. Jugendliche aus den Reihen des BDKJ, Pfadfinder vom DPSG-Stamm Heilig Geist aus Hiesfeld legten bei einem Arbeitseinsatz im Jahre 2001 die Fundamente des zerstörten Leichenhauses frei und reinigten die Grabsteine.

Das Leichenhaus wurde bei der Zerstörungsaktion am 10. November 1938 von den Nazi-Schergen zunächst vergessen, dann aber in den Abendstunden doch noch in Brand gesteckt.  Die hinter den Fundamenten sichtbaren Grabsteine stammen vom dem 1927 aufgehobenen alten jüdischen Friedhof nahe des heutigen Platz d’Agen.

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