NRZ-Artikel von Maike Jansen vom 19.9.2006 SCHÜLERAUSTAUSCH. Gäste aus dem israelischen Arad waren eine Woche zu Besuch am Theodor-Heuss-Gymnasium. DINSLAKEN. Manchmal kann Musik sehr viel mehr erzählen als tausend Worte: Eine Reihe von Postern hängt an den Wänden des Klassenraums im Theodor-Heuss-Gymnasiums, gemalt und beklebt von israelischen Austauschschülern, die den deutschen Gastgebern ihre Heimat näherbringen sollen. Viele Zahlen sind darauf zu lesen, Statistiken, Fotos.
Eine Woche waren die Schüler der Dinslakener Partnerstadt Arad zu Gast in Deutschland. Sie haben deutschen Schülern am Theodor-Heuss-Gymnasium vom Leben in Israel erzählt. Ein Leben, das in den letzten Wochen vom Krieg bestimmt wurde, auch wenn das südlich gelegene Arad nicht Ziel von Bombenangriffen wurde. "Viele Menschen aus dem Norden sind nach Arad geflüchtet", erzählt die 16-jährige Tali. Sie selbst bangte tagelang um ihren Cousin, der als israelischer Soldat im Libanon im Einsatz war. "Wir haben eine Woche lang nichts von ihm gehört", sagt sie, "wir haben uns schreckliche Sorgen gemacht." Damit sich die Flüchtlinge aus dem Norden in Arad geborgen fühlten, sei besonders für die Kinder viel Programm geboten worden. "Es gab jede Menge Spiele und Aktionen", erzählt Annabelle (16), "wer im Laden sagte, dass er aus dem Norden kommt, bekam fünfzehn Prozent Rabatt." Mittlerweile sei aber in Arad wieder ein normales Leben eingekehrt. "Am Tag, als der Krieg endete, sind alle in ihre Häuser zurückgekehrt", erzählt Niv (16). Er ist zum ersten Mal zu Besuch in Deutschland und beeindruckt von dem, was er "big europe" nennt: "Besonders hat mir der Besuch in Düsseldorf gefallen, die großen Häuser, die Shoppingmeile", erzählt er begeistert. "Dinslaken ist aber auch schön, genauso, wie man sich eine alte Stadt aus Filmen vorstellt", sagt Annabelle, die bereits zum zweiten Mal zu Gast ist. "Die vielen Bäume und Wiesen gibt es bei uns zu Hause nicht", pflichtet Niv ihr bei. Und noch etwas hat die drei an der Partnerstadt am Niederrhein begeistert: Mit dem Fahrrad zur Schule - für Tali, Niv und Annabelle ein tolles Erlebnis. "Bei uns zu Hause läuft man eigentlich immer, es ist beeindruckend, wie viele Fahrräder es hier gibt", sagen sie übereinstimmend. Zehn Tage lang besuchten 19 israelische Schüler der ORT-High-School in Arad ihre Dinslakener Austauschpartner. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche in Düsseldorf, Berlin und Köln. Der Austausch mit dem Dinslakener Theodor-Heuss- Gymnasium findet bereits seit 1997 statt. Im Frühjahr waren die deutschen Schüler zu Gast in Arad gewesen. Jetzt gehts wieder heim. (maja) Angst hatte ich nie" REISE. Ihrem Besuch in Dinslakens Partnerstadt Arad blickten viele Freunde mit Sorge entgegen. Doch Irmgard Heisterkamp kehrte unversehrt nach Spellen zurück - mit spannenden Eindrücken. VOERDE/ARAD. Wenn Irmgard Heisterkamp Freunden und Nachbarn von ihrer bevorstehenden Reise erzählte, spiegelte sich meist Besorgnis in deren Gesichtern. "Wie kannst du nur jetzt nach Israel fahren?", hieß es von allen Seiten, das sei doch viel zu gefährlich. Doch Irmgard Heisterkamp dachte gar nicht daran, ihre Reise in die Dinslakener Partnerstadt Arad zu stornieren, zu lange hatte sie sich schon auf den Besuch gefreut. "Ich bin eigentlich kein furchtloser Mensch, aber Angst hatte ich zu keinem Zeitpunkt", sagt die Spellenerin nun rückblickend. Anfang August ist sie eine Woche lang durch den Süden Isreals gereist, hat Erfahrungen gesammelt, die sie nicht missen möchte. "Das Land ist wirklich beeindruckend", sagt sie. Obwohl Arad selbst nicht bombardiert wurde, sei der Krieg natürlich ein ständiges Thema, so Heisterkamp. "Die Menschen sind überzeugt, dass sie sich wehren müssen." Viele hätten Sorge um ihre Söhne, Brüder und Männer, die als Soldaten im Einsatz seien. "Mir wurde immer gesagt, dass ich keine Angst habe solle", erklärt Irmgard Heisterkamp. Wohl aus Rücksicht hätte die Gastfamilie häufig den Fernseher ausgeschaltet. "Einmal war ein Verletzter aus dem Norden des Landes gezeigt worden, der war ein Bekannter der Familie." Kennengelernt hatte Irmgard Heisterkamp die Familie Ohana durch einen Gastbesuch der 18-jährigen Zwillinge der Familie in Dinslaken. Als Mitglieder des Kammerorchesters in Arad waren sie vor zwei Jahren in Deutschland zu Gast gewesen, die Gegeneinladung nahm Heisterkamp gerne an. "Die Menschen dort sind sehr herzlich und lebensfroh", erzählt sie. Doch nicht alle bleiben weitestgehend unberührt vom Krieg: Bei einem Besuch am Schwarzen Meer lernte Heisterkamp eine junge Frau kennen, die aus dem Norden des Landes geflohen war. "Sie wohnte direkt an der libanesischen Grenze, das Nachbarhaus war von einer Bombe zerstört worden." Auch eine Nichte der Familie war nach Arad gekommen, weil sie sich im Norden nicht mehr sicher fühlte. Auf die Frage, warum dieser Krieg geführt werde, erhielt Heisterkamp immer dieselbe Antwort: "Wann, wenn nicht jetzt? Wir müssen die Hisbollah entwaffnen", sagte man ihr, "sonst werden sie uns immer weiter bedrohen." Diskussionen wie diese haben die mutige Frau sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt. "An einem Abend saßen wir mit Menschen aus sechs Nationen zusammen und haben über den Krieg diskutiert", erinnert sie sich, "das war sehr beeindruckend." Beeindruckt hat sie auch die Begegnung mit einer 72-jährigen Mitreisenden. Die Frau hatte einen Hebräisch-Sprachkurs in Jerusalem gebucht, auch sie fuhr ohne Furcht nach Israel. "Das hat mich darin bestärkt, keine Angst zu haben." Bei ihrer nächsten Reise möchte Irmgard Heisterkamp unbedingt den Norden des Landes besuchen. "Ich hoffe wirklich, dass bis dahin Frieden herrscht", sagt sie. Dabei denkt sie mit besonderer Sorge an die Zwillinge der Ohanas. Sie treten im Dezember dieses Jahres ihren zweijährigen Wehrdienst in der israelischen Armee an. Arad war nicht betroffen PARTNERSCHAFT. Dinslakens israelische Partnerstadt liegt zu weit südlich der libanesischen Grenze. DINSLAKEN. Die israelische Partnerstadt Arad war von dem bewaffneten Konflikt der letzten Wochen nicht betroffen. Die Stadt, erklärte Bürgermeister Dr. Moty Brill auf Anfrage von Sabine Weiss, liege zu weit südlich der libanesischen Grenze. Lediglich zwei verwundete Soldaten müssten gepflegt werden. Es gelte jedoch, etwa 1000 Familien mit einigen hundert Kindern aus den nördlichen Landesteilen bei der Versorgung zu helfen. Brill bedankte sich bei seiner Dinslakener Amtskollegin für das Mitgefühl und für die Sorge um das Wohlergehen der Bevölkerung in Arad.
Zwischenfälle gab es zum Glück nicht DINSLAKEN/ARAD. Als Israels Präsident Mosche Katzav letzten Mittwoch in Frankfurt landete, um in die Bundeswehrmaschine "Theodor Heuss" umzusteigen und zur Berliner Anti-Semitismus-Konferenz weiterzufliegen, saßen sieben erschöpfte SchülerInnen des Dinslakener Theodor-Heuss-Gymnasiums zufällig im gleichen Flugzeug. Sie hatten in den vorherigen 14 Tagen ihren ganz persönlichen Beitrag geleistet, um einen konstruktiven Dialog mit Schülern aus der Partnerstadt Arad fortzusetzen, trotz aller Bedenken wegen der gegenwärtigen politischen Situation. Schüleraustausch seit sieben Jahren Der Schüleraustausch wurde vor sieben Jahren ins Leben gerufen, und junge Israelis kommen jedes Jahr, um sich ein eigenes Bild über das moderne Deutschland zu machen. Seit 2000 ist keine Schülerdelegation aus Dinslaken nach Arad gefahren. Jetzt, anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft und zeitgleich mit der offiziellen Delegation um Bürgermeisterin Sabine Weiss, hat THG-Schulleiter Hans Drengemann eine Schülerdelegation doch noch genehmigt. Unter Leitung von Gabriele Khanna konnte die Arbeitsgemeinschaft "Israel" nun mit Unterstützung der Stadt, des THG-Fördervereins und einiger Sponsoren den Gegenbesuch antreten. Die politische Situation, besonders nach den israelischen Attentaten auf führende Palästinenser, machte allen Beteiligten im Vorfeld Sorgen. Potenzielle Risiken wurden soweit möglich bei der Planung und Durchführung der Reise minimiert. So wurden z.B. keine größeren Städte wie Jerusalem oder Tel Aviv besucht (von Krisengebieten wie dem Gaza Streifen oder der West Bank ganz zu schweigen), keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzt und keine Besuche von Großveranstaltungen oder Diskotheken erlaubt. Weil die Schule nicht alleine die Sicherheit der minderjährigen Schüler verantworten konnte, fuhren auch Erziehungsberechtigte mit, um Entscheidungen vor Ort mitzutragen. Einige Mitglieder der AG blieben daheim. Zwischenfälle gab es zum Glück nicht. "Es war am Anfang befremdend, überall bewaffnete Menschen zu sehen und bei jedem Eingang die Taschen kontrollieren lassen zu müssen", sagt Sarah G., die jüngste Teilnehmerin, "aber dadurch fühlte ich mich doch relativ sicher." Nach zwei friedlichen Wochen kamen sogar Zweifel auf, ob die ursprünglichen Bedenken nicht durch den Einfluss der deutschen Medien etwas übertrieben wurden. Anstrengendes Programm Die jungen Leute aus Dinslaken absolvierten ein volles und anstrengendes Programm. Ihr Besuch begann kurz vor dem Holocaust Gedenktag (Holocaust Day) am 19. April und endete nach dem Israelischen Unabhängigkeitstag (Independence Day), der mit freudigem Feuerwerk direkt im Anschluss an den traurigen Tag der Erinnerung an israelische Kriegsgefallene (Remembrance Day) um 20 Uhr am 27. April gefeiert wird. Eine emotionsgeladene Zeit, für die Gastgeber sowie für die Besucher aus Deutschland. Auseinandersetzung mit dem Holocaust ISRAEL-BESUCH / THG-ler erfuhren, wie schwierig es immer noch ist, offen über Politik und Geschichte zu diskutieren. DINSLAKEN/ARAD. Eine Schülerdelegation des Theodor-Heuss-Gymnasiums weilte 14 Tage in Dinslakens Partnerstadt Arad (wir berichten). Der Schwerpunkt des Besuches war die Auseinandersetzung mit dem Thema "Holocaust" zusammen mit Schülern aus der ORT Schule in Arad. Die deutsche Delegation präsentierte ihre Arbeiten über die ehemalige jüdische Gemeinde in Dinslaken und die Aufarbeitung der Geschichte des Holocausts im heutigen Deutschland. Sie besuchten die Projekte, die israelische Schüler zu diesem noch sehr emotionalen und persönlichen Thema ausgearbeitet hatten, und tauschten gegenseitig ihre Eindrücke und Erfahrungen aus. Aus erster Hand erfuhren sie, wie schwierig es sowohl für Israelis als auch für Deutsche sein kann, kritisch und offen über Politik und Geschichte zu diskutieren, ohne Feindbilder und Vorurteile Überhand gewinnen zu lassen. "Das Wichtigste", sagt Lena Garrettson, "war die Möglichkeit, persönliche Perspektiven unserer israelischen Freunde im Bezug auf den Holocaust direkt aus erster Hand zu erfahren." Einige der heftigsten Diskussionen fanden übrigens zwischen Israelis, die in Dinslaken Freunde gefunden hatten, und ihren Klassenkameraden, die auf einer parallelen Reise nach Polen nur die grausamen Zeitzeugnisse des Holocausts erfuhren, statt. Die israelische Englischlehrerin, Patrice Perez, half den deutschen Jugendlichen, die unvergleichbare Stellung des Holocausts für das moderne israelische Selbstbewusstsein zu verstehen. Sie förderte den Versöhnungsprozess zwischen den Jugendlichen der beiden Länder mit der Aufforderung, sich gegenseitig als gleichwertige Hoffnungsträger für die Zukunft, nicht als Enkel der Vergangenheit anzuerkennen. Kamelreiten und Schnorcheln Die Reise nach Israel war aber keineswegs nur "Vergangenheitsbewältigung". Die Delegation aus Dinslaken hat das Land von der nördlichsten bis zur südlichsten Spitze bereist, sich durch Vorträge und Besichtigungen wichtiger geschichtlicher, kultureller und wirtschaftlicher Einrichtungen informiert und Begegnungen mit Zeitzeugen und Schülern aus arabischen und jüdischen Siedlungen, Kibbuzim und Schulen erlebt. Es gab auch ausreichend Gelegenheit für gemeinsamen Spaß mit den israelischen Gastgebern: Kamelreiten, Schnorcheln im Roten Meer, Wandern und Schwimmen in der Oase Ein Gedi und natürlich mehrere gesellige Abende und Einkaufsbummel im Arad. Die sieben SchülerInnen kehren zurück mit neuer Hoffnung, dass der Dialog zwischen Israelis und Deutschen auf einer konstruktiven Ebene fortgesetzt und erweitert werden kann. Ihre Eindrücke und Erfahrungen werden in den nächsten Wochen aufgearbeitet und am Theodor-Heuss-Gymnasium präsentiert. Die an diesem Schüleraustausch beteiligten SchülerInnen waren: Sarah und Lena Garrettson, Lena Zech, Katharina Esau, Alexandra Dombrowski, Alexandra Kmita und Patrick Khanna , begleitet von der Leiterin der Israel AG, Studienrätin Gabriele Khanna, und vier weiteren Erwachsenen. Der Toten gedenken - zweiteiliger NRZ-Artikel vom 24.4.2004 DINSLAKEN. Der Besuch in der Wüstenstadt Arad war bewusst so terminiert worden. Das 15-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Dinslaken und Arad hätte man auch an einem beliebig anderen Datum feiern können. Aber Bürgermeisterin Sabine Weiss war es "wichtig, am israelischen Holocaust-Gedenktag teilzunehmen". Erschöpft, doch um viele angenehme Erinnerungen reicher, kehrte nun die siebenköpfige Delegation zurück. Offenbar fand Sabine Weiss bei der Gedenkfeier in einer Schule die richtigen Worte, denn aus ihrer Rede wurde anschließend in der örtlichen Presse weitreichend zitiert. "Wir wollen an diesem Tag bei euch sein, und wir wollen gemeinsam setzen auf die Kraft der Erinnerung, die uns in Gegenwart und Zukunft leiten sollte", erklärte die Bürgermeisterin. Die Dinslakener, so bekräftigte die Delegation, wollten nie wieder die Verfolgung Menschen jüdischen Glaubens zulassen. Gemeinsam mit Karl-Heinz Geimer (SPD) legte Sabine Weiss am Holocaust-Mahnmal in Arad einen Kranz nieder, der die Aufschrift trägt "Nie wieder!" Integration bereitet Probleme Als Gastgeschenk überreichte die Dinslaken-Delegation ein elektrisches Klavier für eine soziale Einrichtung, die insbesondere Kinder und Jugendliche aus Immigrantenfamilien betreut. Gerade Einwanderer aus Osteuropa lassen die Bevölkerung Arads, gleichzeitig auch die Probleme rapide wachsen. Die ehemals kleine Siedlung steuert auf 40 000 Einwohner zu, und die Wohnbebauung bewegt sich bereits hinein bis in die Negev-Wüste. Dass dennoch überall Grüngürtel entstehen mit für hiesige Verhältnisse astronomischen Investitions- und Bewässerungskosten, überraschte die Mitglieder der städtischen Delegation, zu der auch Renate Seidel, Lilo Wallerich, Heinz Wansing, Klaus-Dieter Graf und Thomas Pieperhoff gehörten. Die Integration der Einwanderer jüdischen Glaubens stellt die Verantwortlichen vor schier unlösbare Probleme, weil die Sprachbarrieren kaum zu überwinden sind. Auch der Plan, dort lebende Beduinen sesshaft zu machen und zu sozialisieren, gestaltet sich schwierig. Die unklaren Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat tragen nicht gerade dazu bei, Bürgermeister Moty Brill die Arbeit zu erleichtern. Der und insbesondere sein Amtsvorgänger Betzalel Tabib kümmerten sich besonders herzlich um die Besucher. Delegation reist in die Wüste - NRZ-Artikel vom 10.4.2004 DINSLAKEN. Eine Reisewarnung für Israel liegt seitens des Auswärtigen Amtes (AA) trotz der angespannten Sicherheitslage nicht vor. Deshalb hält man im Rathaus an den aktuellen Plänen für den Besuch einer städtischen Delegation in der Partnerstadt Arad fest. "Jedenfalls so lange die Einschätzung des AA sich nicht ändert", heißt es in der Rathauspressestelle. Grund für die Reise vom 15. bis 20. April ist das 15-jährige Bestehen der Städtefreundschaft. Der Besuchstermin ist mit Bedacht gewählt, damit die Mitglieder aus Rat und Verwaltung am jährlichen Holocaust-Gedenktag (18./19. April) teilnehmen können. Darüber hinaus will man die Stippvisite nutzen, um mit dem neu gewählten Bürgermeister Arads, Dr. Moty Brill, neue Austauschprojekte auf die Schiene zu setzen und um einen besseren Informationsaustausch zu erreichen. Die von Bürgermeisterin Sabine Weiss angeführte Delegation wird in der Stadt am Rande der Negev-Wüste auch mit der parallel dort weilenden Gruppe des Theodor-Heuss-Gymnasiums zusammen treffen. Ihr gehören Schülerinnen und Schüler der Israel-AG und einzelne Elternvertreter an. Für die Stadt reisen Renate Seidel und Heinz Wansing (beide CDU), Karl-Heinz Geimer (SPD) und Lilo Wallerich (Bündnisgrüne) sowie Klaus-Dieter Graf vom Kulturamt und Referent Thomas Pieperhoff. Arad gilt als sichere Gegend - NRZ-Artikel vom 24.3.2004 DINSLAKEN. Dr. Moty Brill, neuer Bürgermeister in Arad, nannte Dinslakens Partnerstadt in Israel bei seinem Besuch eine "sichere Gegend". Kein Palästinenser erhebe Anspruch auf diese Region. Nach der gezielten Ermordung von Scheich Ahmed Jassin, des geistlichen Führers der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas, kündigen seine Anhänger jedoch einen "Vergeltungsschlag von der Kraft eines Erdbebens" an, sehen "die Pforten der Hölle geöffnet". 150 neue Freiwillige für Selbstmordattentate sollen sich gemeldet haben. Israel hat seine Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft... Gründe genug, sich im Rathaus noch einmal Gedanken zu machen über die Reise einer Ratsdelegation nach Arad, angeführt von Bürgermeisterin Sabine Weiss, zum 15-jährigen Bestehen der Partnerschaft vom 15. bis 20. April, also rund um den Holocaust-Gedenktag? Mit dabei: Renate Seidel als Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses, Heinz Wansing, der CDU-Fraktionsvorsitzende, Karl-Heinz Geimer, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, und Liselotte Wallerich, sachkundige Bürgerin von B 90/Die Grünen. Rathaussprecher Horst Dickhäuser gibt sich zurückhaltend: "Es steht zu befürchten, dass eine nie gekannte Terrorwelle ausgelöst wird. Wir beobachten alles, was Israel angeht. Wir werden die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen. Möglicherweise führt das dazu, dass neue Überlegungen angestellt werden müssen. Aber entschieden ist noch nichts." Sorgen macht man sich durchaus auch am Theodor-Heuss-Gymnasium, dessen rührige Israel-Arbeitsgemeinschaft mit Studienrätin Gabriele Khanna ebenfalls die Vorbereitungen für den nächsten Besuch in Arad weitestgehend abgeschlossen hat. Schulleiter Hans Drengemann hat sich schon mit der Schulaufsicht bei der Bezirksregierung in Düsseldorf in Verbindung gesetzt. So lange das Auswärtige Amt keine offizielle Reisewarnung ausspreche, hege man dort keine grundsätzlichen Bedenken. Die Entscheidung wolle man zumindest so lange bei den Eltern belassen. Und die hätten bisher keine Bedenken geäußert. Die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten. (hap.)
ZUR PERSON: Bürgerschaftlich engagiert
Angekommen und wieder weg HOHER BESUCH / Dr. Moti Brill, Arads neuer Bürgermeister, war mit kleiner Delegation auf Stippvisite in Dinslaken und freut sich schon auf den Gegenbesuch im April.Kultur, Sport, Politik und Kulinarisches in nur 36 Stunden. DINSLAKEN. Nächtliche Ankunft, frühes Aufstehen, Gespräche mit Gabriele Khanna und
Schülern ihrer Israel-AG im
Im THG begrüßte Schulleiter Hans Drengemann die Gäste, erinnerte an den Namensgeber des Gymnasiums und verwies auf die Vergangenheitsbewältigung in verschiedenen Workshops der Israel-AG (25 Aktive). Gabriele Khanna erklärte, dass Schüler aus Arad immer zum Austausch nach Dinslaken gekommen seien, während Gegenbesuche in den letzten drei Jahren wegen der politischen Situation in Israel nicht stattgefunden hätten. Das werde sich ändern, wenn sie ab 15. April mit acht ihrer Schüler (auch einige Eltern sind dabei) nach Arad reise. Dort trifft man sich am Holocaust-Gedenktag (19.4.) mit der Delegation der Dinslakener Politik. "Lieber Politiker sein als Wissenschaftler" Während Mappen vom Schüleraustausch 1997-2004 überreicht wurden, stellten einige Schüler der AG dem hohen Gast Fragen, etwa nach dem Umgang mit Antisemitismus und Problemen bei der Immigration. "Politiker zu sein, ist besser als Wissenschaftler zu sein", führte Moti Brill ein. Seine Eltern stammten aus Polen und Russland, seine Frau sei aus dem Iran, die Kinder (24, 18, 13) seien in Arad geboren und aufgewachsen. Er habe ihnen die Geschichte erklärt und versucht, aus ihnen gute Bürger zu machen. Rund 20 Prozent der 28 000 Einwohner Arads (1962 in der Wüste erbaut) seien immigriert, die Integration funktioniere. "Unsere Kinder wachsen in sicherer Umgebung auf", versuchte Brill auch möglichen Vorbehalten von Schülern und Eltern entgegenzutreten. "Arad ist sicher. Wir freuen uns auf den Besuch aus Dinslaken und hoffen, dass die Freundschaft sich weiter entwickelt." Dass der Kontakt mit ehemaligen Austauschschülern durch Briefe und mails aufrecht erhalten werde, freue ihn. Dann trug sich Arads Bürgermeister ins Gästebuch ein. (P.N.) Reise nach Arad - PARTNERSCHAFT / 15-jähriges Bestehen als Anlass. Die Dinslakener Delegation aus K.H. Geimer, H. Wansing, L. Wallerich, S. Weiss, R. Seidel DINSLAKEN. Eine Dienstreise in die Partnerstadt Arad/Israel vom 15. bis 20. April soll der Hauptausschuss Bürgermeisterin Sabine Weiss, der Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses Renate Seidel, CDU-Fraktionsvorsitzendem Heinz Wansing, stv. SPD-Fraktionsvorsitzendem Karl-Heinz Geimer und Liselotte Wallerich, sachkundige Bürgerin der Grünen, genehmigen. Anlass: 15-jähriges Bestehen der Partnerschaft. Der Termin wurde zudem so gewählt, dass die Delegation an den Feierlichkeiten zum Holucaust-Gedenktag (18./19. April) teilnehmen kann. Zudem wird nach der Neuwahl von Dr. Moti Brill zum Bürgermeister von Arad im Oktober 2003 "zur Vertiefung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen und zur Vorbereitung von Projekten in und für Arad ein persönlicher Informationsaustausch" angestrebt, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Dieser Informationsaustausch kann allerdings auch schon beim Besuch von Moti Brill und einer Delegation aus Arad in diesem Monat in Dinslaken erfolgen. Neben den Flugkosten von 450 Euro pro Person werden Unterbringung und Verpflegung nach Landesreisekostengesetz abgerechnet. Weitere Austauschaktionen im Rahmen der Städtepartnerschaften mit Agen und Arad, speziell von Schulen und Vereinen, werden dadurch laut Verwaltung finanziell nicht beschnitten. (hap.) Städtische Arbeiter in Israel protestierten - Arad's Bürgermeister Moti Brill erklärte Arutz-7 (ein Radiosender/Internet-Nachrichtenmagazin) daß er trotz drohender Zahlungsunfähigkeit die Löhne und Gehälter der städtischen Arbeiter und Angestellten noch einmal zahlen konnte. Er habe allerdings keine Idee, wie es weitergehen solle, denn wie er die Gehälter der 400 Arbeiter und 100 Lehrer der Stadt bezahlen solle, wisse ernicht. Das Gesamtdefizit Arads liege bei 35 Million Schekel. So fordert er vom zuständigen Minister Zevulun Orlev monatlich zusätzlich mindestens 2 Million Schekel. Arutz-7 - Reporter Haggai Segal führte ein Interview mit Motti Brill: „Glauben Sie, daß ihre Forderung angesichts der haushaltsmäßigen Schwierigkeiten des Landes realistisch ist?: Brill: „Es ist eine Frage der Prioritäten. Wenn der Staat Israel entscheidet, daß kein Geld vorhanden ist, sollen sie die Städte und Gemeinden informieren, so daß jeder Bürgermeister entscheiden kann, wo er Einschnitte macht und was er den Bürgern noch zur Verfügung stellen kann - ganz nach den Möglichkeiten, die die Kommune dann hat. Der Staat will ein modernes Land sein - gewährt aber Leistungen eines Landes der „Dritten Welt“. Frage: „Motti Brill, sie sind vor kurzer Zeit zum Bürgermeister gewählt worden. Warum machen sie das, wofür benötigen Sie all „diese Kopfschmerzen?“. Bald könnten Sie nicht mehr in der Lage sein, denen in die Augen zu sehen, die unter den Einschnitten ins soziale Netz zu leiden haben und in ein doer zwei Monaten werden sie ihren Arbeitern und Angestellten keine Gehälter mehr zahlen könne und sie werden gegen Sie protestieren. Wofür brauchen Sie dies alles?" Brill: „Ich bin für diese Aufgabe aus dem Zionismus heraus motiviert. Vorher war ich im öffentlichen Dienst beschäftigt und hatte ein gutes, garantiertes Monatsgehalt. Aber ich glaube, daß unser größtes Problem zur Zeit die sozio-ökonomische Frage ist. Für mich ist als Zionisten ist es eine Herausforderung, hierfür die Lösung zu finden. Die Bürger von Arad haben entschieden, daß ich die beste Person für die Lösung der Probleme bin. Hier sehe ich meinen Auftrag, das tue ich nach meinen besten Überzeugungen. (Vorläufige, spontane Übersetzung mit den Resten des Schulenglisch des Webmeisters.) Meldungen in der Haaretz.com vom 18.1.2004 Angesichts der katastrophalen Haushaltslage vieler israelischer Städte demonstrierten am Sonntag, 18.1.2004 tausende städtischer Arbeiter und Angestellte und dutzende von Bürgermeistern vor dem Finanzministerium in Jerusalem. Der Zusammenschluß der israelischen Kommunen (Union of Local Authorities) drohte mit der Einstellung kommunaler Dienstleistungen. Arads Bürgermeister Mordechai Brill hatte bereits gesagt, daß die Stadt in der Negev-Wüste zahlreiche städtische Dienstleistungen Anfang März einstellen müsse, städtische Einrichtungen schließen und 30 Angestellte in diesem Bereich entlassen - und die Verantwortlichkeit dafür dem Ministerium für Arbeit und soziale Angelegenheiten zurückgeben würde. Damit protestiert der neue Bürgermeister gegen einen Einschnitt in Höhe von 170 Millionen NIS im städtischen “Wohlfahrts-”Haushalt. Der zuständige Minister Zevulun Orlev kündigte daraufhin Maßnahmen mit dem Ziel an, Brill aus dem Amt zu entfernen. Der Sprecher der “Union of Local Authorities” stellte sich hinter Brill und kündigte an, daß bei Maßnahmen gegen Arads Bürgermeister weitere Städte dem Beispiel Arads folgen würden. Arads neuer Bürgermeister kommt
Dinslaken. Mit einem herzlichen Dank für die guten Wünsche anlässlich seiner Wahl hat sich Arads neuer Bürgermeister Moty Brill an seine Dinslakener Amtskollegin Sabine Weiss
gewendet. In dem Schreiben teilte er außerdem mit, dass er in der zweiten Märzwoche des kommenden Jahres für zwei bis drei Tage nach Dinslaken kommen wolle. Er plane einen
Antrittsbesuch in den Partnerstädten Arads und werde diese Gelegenheit nutzen, auch in Dinslaken Station zu machen. Keinen Zweifel ließ Brill daran, dass auch ihm an einer Fortsetzung der guten
Die Kommunalwahlen in Arad Neuer Bürgermeister der Stadt Arad ist der unabhängige Kandidat Dr. Moty Brill, der sich am 11.11.2003 in einer Stichwahl gegen den Kandidaten des Likud, Moshe Edry durchsetzte. Der erste Wahlgang erbrachte folgendes Ergebnis bei einer Wahlbeteiligung von 46,4 % Wahlen zum Stadtrat
Aus den Angaben geht nicht hervor, welche Listen mit wie viel Vertretern im Stadtrat sind. Insgesamt gibt es 15 Stadtratsmitglieder. Bürgermeisterwahlen (1. Wahlgang)
In der Zeitung Haaretz erschien ein interessanter Artikel am 26.10.2003: Sechs Bewerber um das Bürgermeisteramt im gebeutelten Arad Die wenigen Besucher im Geschäftszentrum von Arad werden von russischer Musik empfangen, die von einem CD-Verkaufsstand herüberschallt. Die große Einwanderungswelle aus der ehemaligen Sowjetunion zu Beginn der neunziger Jahre hat diese Stadt verändert und die Bevölkerungszahl auf 26.000 verdoppelt. Die neuen Einwanderer bilden nun 43 % der gesamten Einwohner Arads. „Die haben die Menschen hierher gestopft, ohne sich auf ihre Eingliederung vorbereitet zu haben. Die Stadt Arad blieb auf den gesamten Kosten sitzen,“ sagt Dr. Motti Brill, ein Ingenieur aus dem Atomreaktor von Dimona, der sich bei den Kommunalwahlen am Donnerstag zur Wahl als Bürgermeister stellt. Brill, Vorsitzender der unabhängigen Liste „Another Direction“, sagt, dass die Kürzungen seitens des Staates Israel das Ansehen der Stadt schwer beschädigt hätten und verspricht im Falle seiner Wahl, sich vorrangig um die Verbesserung der städtischen Einnahmen zu kümmern. Brill ist einer von sechs Bürgermeisterkandidaten in Arad und einer der drei, die wohl die größten Gewinnaussichten haben. Die anderen beiden sind Moshe Edri (Likud) und Itzhak Benishti (Labour). Edry verspricht, dass sich das Leben der Bürgerinnen und Bürger Arads vollkommen verändern werde, sollte er gewählt werden, vorrangig auf Grund seiner guten Verbindungen zur Führungsspitze seiner Partei. Er ist ein altgedientes Mitglied im Zentralkomitee der Regierungspartei und hat bereits ein Jahr als Interimsbürgermeister agiert. „Das mag hässlich sein, aber so sind die Spielregeln,“ erklärt er, „ein Bürgermeister hat nun mal keine Macht und kein ordentliches Mandat ohne die Hilfe des Kabinetts. Darum ist es besser, wenn er über gute Verbindungen zur Zentralregierung verfügt.“ Benishti, der Labourkandidat und ehrenamtlicher Bürgermeister in den letzten beiden Jahren, sieht sich als aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge. „Einer meiner Konkurrenten sagt, seine Beziehungen würden ihm helfen, der andere sagt, er wird den Job dann lernen, wenn er gewählt ist. Bei meiner 25jährigen Erfahrung im Stadtrat brauche ich nur zwei Stunden, um in die Schuhe des Bürgermeisters zu schlüpfen.“ sagt Benishti. Bürgermeister Betzalel Tabib (Labour) wird sein Amtszimmer am Donnerstag nach 15 Jahren verlassen. „Der Job als Bürgermeister ist alles andere glamourös.“ sagt er. „In den letzten zwei Jahren hatte Arad überhaupt keinen finanziellen Spielraum. Mein Nachfolger wird Schwierigkeiten haben, die Löhne und die Kreditzinsen zu zahlen. Bis vor ein paar Jahren bin ich immer frohgemut ins Büro gegangen, aber das ist komplett vorbei. Heutzutage kann man praktisch nichts mehr machen.“ Sobald er seinen Job einem Nachfolger übergeben kann, plant Tabib einen Flug zusammen mit seinen fünf Söhnen nach Thailand. Aus dem Nichts erschaffen GEBURTSTAG / Vor 40 Jahren entstand Dinslakens Partnerstadt Arad in der Negevwüste. Grund für eine bunte Feier mit den Freunden aus Israel in der Stadthalle. DINSLAKEN. Vor 40 Jahren wurde Arad aus dem Nichts in der Negevwüste erschaffen. Rund 120 Familien waren es, die sich eine neue Heimat aufbauten. Sieben Monate bohrten sie vergeblich nach Wasser. Schließlich wurde es durch eine Pipeline angeliefert. Die ersten Häuser waren bessere Baracken, doch es ging aufwärts. Ein Kindergarten und eine Schule wurden errichtet, die ersten Grünanlgen angelegt. Heute, 40 Jahre später, ist Arad eine moderne Stadt mit einer guten Infrastruktur. "Ein Städtegeburtstag ist eigentlich ein schöner Anlass zum Feiern", so Bürgermeisterin Sabine Weiss, "doch angesichts der politischen Unsicherheit und der damit verbundenen Ebbe in den öffentlichen Kassen Arads musste die Feier dort entfallen. Das wenige Geld wird für wichtigere Zwecke gebraucht." So verlegte Gabriele Khanna, Lehrerin am THG und Motor der Israel AG, schlichtweg die Feier der Partnerstadt in die hiesige Stadthalle. Und hatte einen riesigen Erfolg damit. Patrice Perez, Lehrerin an der ORT School in Arad brachte nicht nur die besten Grüße von Bürgermeister Betzalel Tabib mit, sondern auch die jungen Tänzer der Dance School von Arad, die bereits auf dem internationalen Parkett Erfolge feierten. Zu recht, wie die zahlreichen Besucher bereits bei der Vorführung der Standardtänze feststellen konnten. Doch was sie wirklich drauf hatten, entfaltete sich erst bei den Folkloretänzen aus ihrer Heimat und der Latin Party. Fantastisch. Doch die hiesigen Firegirls standen den Gästen aus Israel in nichts nach. Gekonnt durch das Programm führten Lena Garrettson und Markus Legiewicz, zwei Mitglieder der Israel AG. Sie interessierte natürlich besonders die Meinung der jungen Austauschschüler, die mit ihnen die Schulbank drückten. Warum seit ihr gekommen, wie sind eure Eindrücke, haben sich eure Gefühle dadurch verändert, wollten sie wissen. Die Antworten berührten. Denn die Großeltern zweier Israelis überlebten knapp den Holocaust. Ein Elternpaar hatte deshalb Angst wegen des Deutschlandaufenthaltes ihrer Tochter, die anderen hatten ihren Sohn überredet, zu fahren, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Und die Kids? Sie nehmen nur die denkbar besten Erinnerungen mit zurück. Bleibt zu hoffen, dass sich auch der Abschiedswunsch der Jugendlichen beider Länder erfüllt: Shalom alechem - ein friedliches Leben. (big)
Betzalel Tabib tritt nicht wieder an Dinslaken. In der Partnerstadt Arad geht mit den Kommunalwahlen am 28. Oktober eine Ära zu Ende. 15 Jahre lang hatte Bürgermeister Betzalel Tabib der Stadt vorgestanden, nun tritt er aus Altersgründen nicht noch einmal an. Mit Betzalel Tabib geht einer der wenigen Politiker Arads, die bei der Gründung der Stadt in der Wüste Negev vor 40 Jahren noch selbst tatkräftig mitgeholfen hatten. Um seine Nachfolge bewerben sich etliche Kandidaten von bisweilen recht kleinen Parteien und Gruppierungen. Fünf gelten dabei als die aussichtsreichsten: Itzchak Benishty, der für die Partei der Arbeit antritt, Moshe Edry vom Likud-Block und Rabbi Avraham Kaminer für die vereinigten religiösen Parteien. Als Vertreter der vielen neuen Einwanderer aus der früheren Sowjetunion geht Hillel Shechanowitz ins Rennen. Dazu hat sich noch eine ausschließlich in Arad aktive Bürgerpartei gebildet, die Dr. Moly Brill für das Amt des Bürgermeisters nominiert hat. Auch das Stadtparlament wird am 28. Oktober neu gewählt. Prognosen über den Wahlausgang sind nach Angaben aus Arad nur schlecht zu stellen. Da in allen Städten Israels gleichzeitig gewählt wird, entscheiden nicht nur die lokalen Gegebenheiten, sondern auch die aktuelle politische Situation über das Wählerverhalten. Dinslaken hat Besuch aus der israelischen Partnerstadt: Tabibs jetzigen Besuch nannte Dinslakens stellvertretende Bürgermeisterin Margarete Humpert
gestern "notwendig, um den Geist der Versöhnung und Verständigung auf Dauer lebendig zu erhalten". Die aktuelle politische Entwicklung im Nahen Osten zwinge jedoch ihre eigenen Themen auf, ergänzte
Humpert. Entsprechend schnell konzentrierte sich das Pressegespräch am Mittag darauf, wie die Gewalt zwischen Palästinensern und Israelis das Leben der Menschen in Arad verändert habe.
"Arad ist nicht direkt von den Terror-Attacken betroffen", sagte Tabib. Die Auswirkungen spürt die Stadt in der Wüste aber sehr wohl. Der Tourismus ist völlig zusammengebrochen,
die Arbeitslosigkeit auf elf Prozent geklettert. Es haben sich bewaffnete Bürgerwehren gebildet. Aus Angst vor Terroranschlägen haben die Menschen hohe Zäune um Kindergärten
und Schulen gebaut. "Wir haben Angst in Arad", so Tabib. Dass dieses Angst begründet ist, zeigte sich erst kürzlich, als Soldaten ein mit Bomben beladenes Auto stoppten, das auf dem Weg nach Arad war. Terroristen aufspüren Was die Angriffe auf das Flüchtlingslager Dschenin angeht, hat Betzalel Tabib eine eigene,
israelische Sicht der Dinge. "Wir sind da reingegangen um Terroristen zu finden. Wir wussten, wo die steckten. Die meisten Autobomben kamen aus diesem Lager. Hätten wir ein Massaker
gewollt, hätten wir Luftangriffe fliegen können." Was ist mit den Opfern unter der palästinensischen Zivilbevölkerung? "Die Menschen in Deutschland haben das gesehen, was
die Medien gezeigt haben." Die Informationen seien viel zu dürftig, als dass sich Europäer ein Urteil über das bilden könnten, was zwischen Israelis und Palästinensern tatsächlich geschehe.
Um das Thema zu vertiefen, blieb keine Zeit. Der nächste Besuchstermin drängte. Betzalel Tabib schaffte es gerade noch, sich offiziell darüber zu freuen, dass die Partnerschaft
zwischen Arad und Dinslaken eine sehr fruchtbare sei. "Sie vertieft das Verständnis", sagt er. "Man kann gegenseitig voneinander lernen." Auto mit Bomben war auf dem Weg nach Arad Bürgermeister Betzalel Tabib muss beim Kurzbesuch in Dinslaken viele Fragen zum Nahost-Konflikt beantworten.
DINSLAKEN. Besuch in schwierigen Zeiten: Der Bürgermeister der israelischen Partnerstadt Arad, Betzalel Tabib, und Yuval Shefi vom städtischen Medienzentrum halten sich zu einer
Kurzvisite in Dinslaken auf. Es ist dies der dritte Aufenthalt des israelischen Stadtoberhaupts am Niederrhein. Im Mittelpunkt vieler Gespräche: Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.
Sonntagnachmittag waren Tabib und Shefi in Dinslaken eingetroffen. Bei einem Abendessen wurden bestehende Kontake vertieft, unter anderem zu Bürgermeisterin Sabine Weiss, die die
Partner im letzten Jahr in Arad zu einem Gegenbesuch eingeladen hatte, stv. Bürgermeisterin Margret Humpert, eine der stärksten Kräfte für die Partnerschaft, und zur Vorsitzenden der Partnerschaftskommission, Renate Seidel.
Beim Mittagessen kam das Gespräch schnell wieder auf die aktuelle Politik. Nach den Selbstmordattentaten habe sich auch in seiner Stadt das Leben verändert, bekannte Tabib.
Arad liegt nicht weit von der palästinensischen Grenze entfernt. Zwei Stunden vor der Unabhängigkeitsfeier hätten israelische Sicherheitskräfte ein Auto mit Bomben aufgebracht, das auf dem Weg nach Arad war.
Die Angst sei überall spürbar. Eltern hätten Sorge, ihre Kinder auf Veranstaltungen oder belebte Plätze zu schicken. Die Sicherheitsvorkehrungen vor Schulen und Kindergärten seien
drastisch verschärft worden. Hunderte Freiwillige, darunter auch Moslems, unterstützten Polizei und Militär, um die Sicherheit zu gewährleisten. Touristenhotels stehen leer
Auch wirtschaftlich hat der Konflikt negative Auswirkungen. Die Haupteinnahmequelle Arads ist der Tourismus. Aber die Touristenhotels stehen derzeit ebenso leer wie viele der davon
abhängigen Unternehmen. Die Arbeitslosigkeit stieg auf über elf Prozent, eine bisher nicht gekannte Zahl. All das hat Auswirkungen auf den städtischen Etat.
Freimütig macht Betzalel Tabib klar, dass man in Israel ein großes Problem damit hat, die Proteste der Deutschen, aber auch vieler Europäer, gegen die israelische Politik zu sehen.
Ursache könne sein, dass die Europäer nicht immer alle korrekten Informationen zur Verfügung hätten, um alles zu verstehen. Als Mann der Arbeiterpartei ist Tabib kein Freund des israelischen Ministerpräsidenten Sharon
("ohne Sharon und Arafat würden sich die Chancen auf Frieden erhöhen"). Aber wenn jetzt Wahlen wären, "würde die Linke total untergehen", verweist er auf eine neue Umfrage. Als
Knackpunkt des Konflikts wertet der Bürgermeister das gescheiterte Camp-David-Abkommen. Der damalige Ministerpräsident Barrak sei Arafat "zu 97 Prozent entgegengekommen." Der
aber habe 100 Prozent gewollt und damit das Abkommen verhindert, bei dem den Palästinensern sogar das halbe Jerusalem angeboten worden sei. Erst danach und durch die
dann begonnenen Selbstmordattentate sei auch die Stimmung in Israel zugunsten Sharons gekippt. Vehement verteidigte Tabib auch das Vorgehen seines Landes in Dschenin. Hier wie in
anderen Orten sei es darum gegangen, Terroristen aufzuspüren. Und das Flüchtlingslager Dschenin sei eine Hochburg der Selbstmordattentäter gewesen. Ein Massaker habe die Armee
dort auf keinen Fall begangen. Bei Luftangriffen hätte es eine hohe Zahl ziviler Opfer geben können. Deshalb seien dort Reservisten eingerückt, die die Menschenrechte geachtet hätten.
Auf dem anschließenden Besuchsprogramm stand gestern u. a. noch ein Abstecher auf die Trabrennbahn. Heute sehen sich die Gäste im Theodor-Heuss-Gymnasium, bei der
Burghofbühne, in der Eisporthalle und bei der jüdischen Gemeinde in Duisburg um, bevor der Bürgermeister um 20 Uhr im Dachstudio den Dinslakenern Rede und Antwort steht.
Bei einer ersten Zwischenbilanz hoffte Betzalel Tabib, dass sein Kommen dem besseren gegenseitigen Verstehen diene. Nach seinem Wunsch solle die Partnerschaft mehr als bisher
von der Jugend getragen werden. Dieser Wunsch wird in Dinslaken geteilt. In zwei Jahren soll das 15-jährige Bestehen der Stadtfreundschaft in größerem Stil gefeiert werden. Schon
vorher wird eine Klasse des THG und eine Schulklasse aus Arad den Weg in die jeweilige Partnerstadt gefunden haben. "Wir wollen den Frieden"
Arads Bürgmeister Betzalel Tabib sprach mit Dinslakenern im Dachstudio über den Konflikt im Heiligen Land.
Bürgermeister Betzalel Tabib stand am Dienstag Abend im Dachstudio der VHS Rede und Anwort. Soviel vorweg: Falsche Scheu war fehl am Platze. "Stellen Sie bitte Ihre Fragen frei und offen, ich
werde alle beantworten", unterstrich der Gast aus Isreal. Ein Wunsch, der keiner zweiten Aufforderung bedurfte. Stichwort Siedlungspolitik. "Wie soll es dauerhaften Frieden geben, solange die nicht
geändert wird und die Flüchtlingslager der Palästinenser abgebaut werden?", fragte ein Gast. Für Betzalel Tabib kein heißes Eisen. "Der damalige Premier Barak bot in Camp-David den Rückzug aus
allen Siedlungen an, samt der Teilung Jerusalems. 97 Prozent der Forderungen Arafats wären erfüllt worden", betonte er. Arafat wurde die Hand gereicht
Die Frage nach der Provokation Scharons, mit Soldaten auf den Tempelberg zu marschieren, stieß bei Tabib auf geteiltes Echo. "Ja, das ist ein heiliger Ort für die Moslems, aber auch für
Juden und einige Christen. Darf man deshalb Frauen, Kinder und Alte in die Luft sprengen", fragte er sichtlich berührt? Kommunal sind die Weichen schon lange auf Zukunft gestellt.
Arad mit seinen derzeit 28.000 Einwohnern soll mittelfristig auf 50.000 Bewohner anwachsen. In den letzten Jahren fanden Einwanderer aus Argentinien, Deutschland, Rußland hier ein
neues Zuhause. Sozial-und Infrastrukturprojekte wurden auf den Weg gebracht. "Vom Besuch in Dinslaken sind wir tief bewegt, ich kenne den Unterschied zwischen purer
Höflichkeit und dem, was von Herzen kommt", freute sich Tabib. Von Herzen kam auch ein Geschenk. 1000 Euro, überreicht von Sabine Weiss. Die Summe spendeten Stadtverordnete für caritative Projekte in Arad.
Betzalel Tabib beantwortete Fragen zur Lage in Dinslakens israelischer Partnerstadt Arad
Da war der erregte Einwurf eines Moslems: "Warum geht Präsident Scharon mit 200, 300 Mann auf unseren Tempelberg? Was wollte er damit beweisen?" "Große Trauer" um zivile Opfer
"Nicht nur Radikale sind der Ansicht, jeder israelische Bürger sollte die gleichen Rechte haben wie jeder andere" - zum Beispiel auch, den Tempelberg besuchen zu dürfen, ließ Tabib vom Dolmetscher übersetzen.
Die Deutschen sähen vom Krieg im Land nur, was die Medien zeigen, hatte er bemerkt. Wie also in Wahrheit das Vorgehen der Armee aussehe, wollte ein Zuhörer wissen. "Die Armee ist
immer bemüht, Opfer unter Zivilisten zu vermeiden", stellte Tabib die israelische Sicht der Dinge dar: "Dass das nicht immer gelingt, ist ein Punkt, der in Israel große Trauer und tiefe Verzweiflung hervorruft."
Die Stimmung unter den Jugendlichen in Arad - nun, die sei so ähnlich wie unter den Erwachsenen: "Es ist ein Gefühl, ständig bedroht zu sein" - auch in der von Terror-Anschlägen bisher verschont gebliebenen Stadt.
Eine Frage ließ mehrere Zuhörer nicht los: "Worin sehen Sie persönlich berechtigte Gründe der Palästinenser für diesen Aufstand? Das heißt, sehen Sie überhaupt welche", wollten sie
wissen. Denn bekanntlich beginne Frieden mit dem Verständnis füreinander. "Es ist schlicht und einfach die Existenz des Staates Israel", so die gedolmetschte Antwort. Aber Israel
werde bleiben, "und wir werden uns verteidigen." Der Verstehensprozess sei damit wohl gescheitert, murmelte der Zuhörer, bevor Tabib auf Nachhaken sagte: Ja, die Palästinenser
sollten "selbstverständlich einen eigenen Staat haben." Viel Gesprächsbereitschaft Die Fragerunde war gemischt aus älteren und jüngeren Menschen, Jugendlichen und
Vertretern der Lokalpolitik, und die Meinungen gingen auseinander. Sehr emotional verteidigte eine Zuhörerin Israels Politik: "Wie halten Sie es aus, immer als ,die Bösen` dargestellt zu werden?"
Ein Schüler hingegen wollte wissen, wie ein so radikaler Politiker wie Scharon überhaupt gewählt werden konnte. Wenn das Thema auch emotional berührte: Die meisten Fragen
waren deutlich um Sachlichkeit bemüht. Die knappen, zur Diskussion eingeplanten 20 Minuten wurden weit überschritten. Der Stimmung im Dachstudio nach hätte das Gespräch jedoch noch länger dauern können.
Arads Bürgermeister kommt Dinslaken. Was bewegt Bürger und Offizielle in Dinslakens Partnerstadt am Rande der
Negev-Wüste? Deren Bürgermeister Betzalel Tabib stellt sich am Dienstag, 7. Mai, 20 Uhr, im Dachstudio der Stadtbibliothek in einer öffentlichen Veranstaltung den Fragen interessierter Bürger.
Tabib, oberster Repräsentant der seit 1989 mit Dinslaken verschwisterten Stadt, kommt auf dem Rückweg von einem USA-Besuch auf einen Sprung an den Niederrhein. Begleitet wird er
von Yuval Shefi vom städtischen Kommunikationszentrum. Die dreitägige Stippvisite ist vollgepackt mit Begegnungen und Besichtigungen. Im Juni vergangenen Jahres war zuletzt
eine Delegation aus Dinslaken in kommunaler Diplomatie Richtung Arad unterwegs. (Pressemeldung der Stadt Dinslaken vom 24.4.2002)
1800 Dinslakener Schüler gedachten gestern Morgen bei einem Schweigemarsch der Toten in New York und Washington - Lichter gegen den Terror
(RP). "Wir waren vollkommen schockiert, als wir am Dienstag von dem Anschlag gehört haben"
, erzählt die 16-jährige Maritsa aus Dinslakens israelischer Partnerstadt. Hanan (16) und Hen nicken. "Niemals hätte ich gedacht, dass jemand die USA attackieren würde", fügt der 17-jährige Hen hinzu.
"Aber es ist gut, dass wir gekommen sind. Das Leben muss weitergehen. Und wir werden es doch nicht von Terroristen regieren lassen", sagt sein Mitschüler Hanan entschlossen.
Ein starkes Statement. Das ebenso wenig selbstverständlich ist wie die Anweisenheit der Teenager in Dinslaken. Die 16- bis 18-Jährigen der Ort-High-School Arad sind seit Mittwoch
auf Einladung des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) zu Besuch in Dinslaken und sollen für knapp zwei Wochen Arads Partnerstadt kennen lernen sowie einen Eindruck von Deutschland
gewinnen. Gestern wurden sie von Bürgermeisterin Sabine Weiss im Rathaus empfangen. Das übliche Programm. Und dennoch kein Schüleraustausch wie jeder andere.
Denn der Anschlag auf die USA löste auch bei den Schülern, Eltern und Lehrern der Ort-High-School in letzter Minute ein Chaos aus. Dabei war die Reise organisiert, die Koffer
gepackt. Dann sehen die Israelis im Fernsehen mit dem Rest der Welt zu, wie die Türme des World Trade Centers einstürzen - und sich mit dem Schutt für sie eine Frage als Riesenproblem auftürmt: Fahren oder nicht?
Weil in Israel Mitternacht ist, weil niemand etwas genaues zur Sicherheitslage und die Auswirkungen auf den Mittelmeerstaat sagen kann. Die Lehrerin klemmt sich, ungläubig und
schockiert über die Fernsehbilder, ans Telefon, ruft verschiedene Ministerien an, denen sie immer die gleiche Frage stellt: "Können wir morgen fliegen?" Keiner weiß es, keiner will sein Unwissen zugeben.
Die letzte Hoffnung: das Reisebüro. Von dort die Auskunft: El`Al-Maschinen fliegen. Darauf der nächste Telefonmarathon - zu den Eltern. Schicken sie ihre Kinder auf die Reise? In der
Nacht kommen die Eltern zu einer Krisensitzung in der Schule zusammen. Diskutieren. Beratschlagen. Nur ein Vater erlaubt am Ende seiner Tochter nicht mitzufahren. Ihren Entschluss erklärte Maritsa gestern so:
"Wir sind die Generation der Zukunft. Und wir müssen ein Weg finden, um mit den Problemen der Welt gemeinsam umzugehen." Gastschüler landeten unversehrt
DINSLAKEN (RP). So wirklich hatte am Theodor-Heuss-Gymnasium einen Tag nach den Terroranschlägen von New York und Washington keiner mit ihnen gerechnet. Doch dann
waren sie am Mittwoch plötzlich da: eine Gruppe von 21 israelischen Schülerinnen und Schülern aus der Dinslakener Partnerstadt Arad. Das Erstaunen, aber auch die Erleichterung darüber war groß bei den Dinslakener Gastgebern.
Lange war der Besuch der jungen Israelis, die Schüler der Ort-High-School Arad sind, geplant gewesen. Als jedoch am Dienstag die Bilder vom im Schutt und Asche liegenden World Trade
Center und der teilweisen Zerstörung des Pentagon über die Fernsehschirme flimmerten, war ungewiss, ob die Gäste aus Israel wie vorgesehen nach Dinslaken kommen würden. Dazu kam
die Sorge um das Wohlergehen der jungen Israelis. Klar, dass die Erleichterung am THG und bei den Gasteltern groß war. Ob allerdings die sieben Schülerinnen und Schüler des THG wie geplant Ende September in
die USA reisen werden, um ihre Ausstellung über Dinslaken in der Zeit des Nationalsozialismus vorzustellen und zu zeigen, ist noch ungewiss. Hinfahren würden die Schüler immer noch gern
- inwiefern ihr Wunsch in Erfüllung geht, hängt von der weiteren politischen Entwicklung in der Welt ab. Dinslakener Delegation zurück aus Arad Unter diesem Aspekt hatten die israelischen Gastgeber ein eng
gedrängtes, dreitägiges Besuchsprogramm zusammengestellt.
Aber auch auf anderen Gebieten soll es zu einer stärkeren Begegnung kommen. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Musikschule Dinslaken sprach Ludger Höffkes eine Einladung an
das Jugend-Streichorchester aus Arad aus, und auch im Bereich Tennis konnte Marc Hellmich mit dem Geschäftsführer des Tennisclubs Arad konkrete Austauschmaßnahmen verabreden. "Der Besuch hat viel versprechende Ansätze zu Tage gefördert," resümiert Kulturausschussvorsitzende Renate Seidel. "Jetzt
kommt es darauf an, diesen Schwung für den konkreten Ausbau der Beziehungen zu nutzen." Bei einem großen Abschlussempfang überreichte Arads Bürgermeister Tabib seiner Amtskollegin Weiss
einen Stadtschlüssel als Symbol für die Offenheit, mit der Arad die Freunde aus Dinslaken empfangen wird. Weniger symbolisch denn praktisch war das Geschenk, mit dem sich Sabine Weiss revanchierte.
Die Dinslakener hatten einen Satz Trommeln für die Arbeit des musikalischen Kindergartens mitgebracht, die dort auch direkt mit viel Freude und großem Hallo eingesetzt wurden. Partnerschaft soll belebt werden
Fünf Tage soll die Tour an den Rand der Negev-Wüste dauern, zu dem die Reisegruppe am Mittwoch, 13. Juni, aufbrechen wird. Abgesehen von den Offiziellen wie Vize-Bürgermeisterin Margarete Humpert (SPD), CDU-Fraktionschefin Renate
Seidel, Kulturamtsleiter Klaus-Dieter Graf und Referent Thomas Pieperhoff nehmen Repräsentanten Dinslakener Vereine und Einrichtungen an der Reise teil.
Intensivere Beziehungen seien nicht über die beiden Rathäuser und offizielle Besuche der Stadtoberen zu erreichen, glaubt man in der Stadtverwaltung, sondern eher über sportliche
und kulturelle Kontakte und über den Jugendaustausch. Der Dinslakener Sport wird durch Marc Hellmich von der DTG Blau-Weiß vertreten, Ursula Bosserhoff nimmt für die einheimischen Chöre an der Fahrt teil.
Musikschulleiter Ludger Höffkes ist ebenso mit von der Partie wie Markus Gehling vom Stadtjugendring. Damit sind auch schon die Felder abgesteckt, auf denen aus Dinslakener
Sicht die Chancen für ein intensiveres Miteinander am größten sind. Die Rathaus-Diplomatie könne dabei nur der Türöffner sein, hieß es in der Pressestelle. Funken müsse es hüben wie
drüben bei Vereinen und unvoreingenommenen Bürgern. Zumindest auf Dinslakener Seite stehen solche Enthusiasten bereit. (Quelle: Pressemeldung der Stadt Dinslaken vom 7.6.01)
Gedanken über die Reise nach Arad werden zum Spiel Dinslaken. Die Reise nach Jerusalem ist ein beliebtes Kindergartenspiel. Die Reise einer
Delegation um Bürgermeisterin Sabine Weiss in die israelische Partnerstadt Arad entwickelt sich auch zu einem kuriosen Gedankenspiel im Rat. Da fiel zunächst auf, dass die Fraktion
B90/Die Grünen einschließlich des Fraktionsvorsitzenden Prof. Dieter Oelschlägel die Reise der zehnköpfigen Delegation ablehnte, weil sie sie für überdimensioniert und zu teuer hält.
Oelschlägels Beteiligung wurde damit jedoch - zumindest bisher - nicht in Frage gestellt. Sehr geehrter Herr Grosse-Weischede, Jugend ist die Zukunft Dinslaken (TO). Auch wenn das Wetter in Dinslaken nicht mit dem in Isreal mithalten kann,
die gute Laune ließ sich keiner verderben: Fünfzehn Schülerinnen und Schüler aus Dinslakens Partnerstadt Arad weilen derzeit in Begleitung ihres Lehrers Menashe Touvian als Gäste des
Theodor-Heuss-Gymnasiums in der Stadt im Grünen. Gestern Nachmittag stand für die Gäste aus dem heiligen Land, zusammen mit ihren Altersgenossen vom THG und Lehrerin Gabriele
Khanna, ein Empfang im Dinslakener Rathaus auf dem Programm: Ich hoffe, dass euch Dinslaken gefällt und ihr noch jede Menge tolle Sachen erleben werdet, freute sich
Bürgermeisterin Sabine Weiss zu Beginn. Die Freundschaft zwischen israelischen und deutschen Jugendlichen stimme sie optimistisch für die Zukunft, die Schrecken der
Vergangenheit könnten nur im gegenseitigen Miteinander aufgearbeitet werden. Dass sich die Teenies aus Israel sehr wohl für das andereDeutschland und ihre Partnerstadt interessieren,
wurde gestern sehr schnell deutlich. Wie stehen die Menschen zur Partnerschaft mit Arad, gibt es kritische Stimmen oder Vorbehalte? fragte ein junger Israeli. Dem konnten
Bürgermeisterin Sabine Weiss und Stadtkämmerer Willi Brechling nur eines entgegensetzen: Ganz im Gegenteil, die Dinslakener wünschen sich viel mehr gemeinsame Kontakte zwischen
den Menschen, betonten beide. Gestern Abend stieg dann eine Riesenfete im NDJugendzentrum, bei der natürlich für jeden Geschmack etwas dabei war. Bis Montag hält
sich die Gruppe aus Arad noch in Dinslaken auf, dann heißt es Abschied nehmen. Auf Wiedersehen 2000 in Arad (Quelle: NRZ, 8.12.99) Ulrike Buchmann aus Dinslaken überbrachte Arads Bürgermeister Betzalel Tabib DINSLAKEN/ARAD. Reisen in die israelische Partnerstadt Arad haben für die Dinslakenerin
Ulrike Buchmann den Hauch des Außergewöhnlichen verloren. Schließlich hat sie in der Stadt am Rande der Negev-Wüste eine eigenes Feriendomizil. Diesmal gehörte zum Reisegepäck ein
besonderes Gastgeschenk: Ein Tausendmarkschein für Bürgermeister Betzalel Tabib als Zwischenergebnis der Aktion ,,Ein Kindertraum wird Wirklichkeit". Mit dem Erlös aus der
Spendenaktion in Dinslaken können Kinder aus einkommensschwachen Familien im kommenden Jahr an Kursen und Aktionen des örtlichen Kulturzentrums teilnehmen. Denn viele Eltern in der
Partnerstadt Arad haben nicht das Geld für die außerschulische Betreuung ihrer Sprößlinge. Der Rutenberg - Förderkreis unter Vorsitz von Sebastian Buchmann, der sich um den
deutsch- israelischen Jugendaustausch kümmert, will das ändern. Die von Bürgermeister Wilfrid Fellmeth unterstützte Aktion wurde Mitte August von Thomas
Pieperhoff, dem Leiter des ND-Jugendzentrums initiiert. Betzalel Tabib nahm den Tausender aus Dinslaken erfreut entgegen und bedankte sich im Namen der Eltern und Kinder bei allen
Spendern. In Arad hat man sich zum Ziel gesetzt, 250 jungen Bürgern durch Spenden die Teilnahme am Freizeitprogramm zu ermöglichen. Deshalb wird jeder Schekel beziehungsweise
jede Mark gebraucht. Die eingesammelten Spendengelder werden ohne Abzug für Umtausch, Büro- oder Verwaltungsaufwand in Arad direkt an Ort und Stelle in die richtigen Hände
weitergeleitet. Wer "Ein Kindertraum wird Wirklichkeit" unterstützen möchte kann unter dem Stichwort "Spende Arad" auf das Konto des Rutenberg-Fördervereins 502 567 020 bei der
Volksbank Rhein-Lippe, BLZ 356 605 99 einzahlen. Spendenquittungen |
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(c) 4/2001 - Stadtjugendring Dinslaken e.V. - webmaster@jung-in-dinslaken.de |
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