Arad wurde in den 60er-Jahren in der Negev - Wüste erbaut, da man in der Umgebung reiche
Gasvorkommen entdeckte. 1961 gründeten israelische Siedler die neue Stadt, die zunächst auf dem Reißbrett entstand und dabei den Wüstenbedingungen optimiert angepaßt wurde.
Möglichst viel Kühle sollte durch viel Schatten erreicht werden. Dazu wurden Pflanzen mit wenig Wasserbedarf angebaut. So ist Arad heute eine moderne Siedlung mit erstaunlich viel Grün und
Blumen am Rand der Wüste und des Abbruchs zum Toten Meer hin. Wurde die Stadt bis vor einiger Zeit noch über eine Wasserpipeline aus dem Norden Israels mit Wasser versorgt, so konnte man inzwischen eigene Brunnen bohren.
Das Stadtwappen soll mit seiner stilisierten “Flamme” die Gasvorkommen
symbolisieren, der Hügel ist der “Mount Kidot” 600 m hoch, auf dem die Stadt errichtet wurde.
Ihren Namen erhielt die
Stadt von den antiken Ruinen der Stadt Arad, die bis ins 4. Jahrhundert nach Christus besiedelt war. Einige Kilometer vom modernen Arad entfernt kann man die Ausgrabungen heute besichtigen. Arad ist eine
Einwandererstadt. Viele Einwanderer kommen aus den Gebieten der damaligen UdSSR. So sind im Straßenbild von Arad neben hebräischen auch kyrillische Schriftzeichen zu sehen. Arad lebt von der Industrie, vor einigen
Jahren hat Motorala hier eine Chipfabrik und auch weitere Unternehmen der IT-Branche sind in Arad tätig. Außerdem werden Produkte des Toten Meeres verarbeitet. Arad ist Luftkurort für
Asthmatiker, wegen der wenig vorhandenen Pollen, der Höhe und der trockenen Luft - gewisse Bäume dürfen sogar wegen etwaiger Allergien nicht gepflanzt werden. Der moderne Tourismus
bietet beispielsweise "Survival-Training", Jeep-Safari, Kamel-Tour mit Übernachtung im Beduinenzelt.
In der Umgebung leben Beduinen.
Ihre Kultur ist vor allem für Ethnologen hochinteressant. Die Wüstenbewohner pflegen zahlreiche überlieferte Traditionen, sie haben eigenen Gesetze und eine eigene Gerichtsbarkeit. Ein Teil der in Israel lebenden Beduinen ziehen
noch heute als Nomadenvolk durch die Wüste. Sie treffen sich jeden Donnerstag in Be´er Sheva auf dem Markt und bieten Kunsthandwerk feil, Teppiche, Kupferwaren, Schmuck.
Durch Aufforstung von Eukalyptus und Tamariskenbäumen versucht man die Stadt zu begrünen.
Die Negev-Wüste entwickelt sich nach und nach auch zu einen
interessanten Ziel für Individualreisende: Dünen und bizarr geformte Sandsteinhügel, Krater, zerklüftete Schluchten und Trockentäler, Hochplateaus und Oasen bestimmen das Landschaftsbild. Die Wüste im
Süden Israels ist ein ideales Revier für Natur- und Wanderfreunde. Geologen, Botaniker, Archäologen, - alle kommen hier auf ihre Kosten.
Im Negev wurde viel Sehenswertes ausgegraben. Besonders die kunstvoll angelegten Auffangbecken für Wasser, die Reservoire und Zisternen und das Bewässerungssystem, das schon vor 2000 Jahren mit einem Minimum an
Wasser hervorragende Erträge lieferte, mögen als Ansporn für die Entwicklung des modernen Bewässerungssystems gedient haben, das jedes Jahr neue Teile der Wüste zum Blühen bringt und aus dem trockenen Wüstenboden fruchtbares
Land macht.
In den deutschsprachigen Reiseführern Israels kommt Arad nur selten vor. Das hat seinen Grund in deren Konzentration auf die biblischen Stätten. Da die Mehrzahl der deutschen Israel -
Reisenden Christen sind, kommen daher neben Jerusalem vor allem die Orte des Lebens Jesu vor. Bis in die Negev-Wüste bei Arad ist Jesus wohl nicht gekommen.
In der Bibel finden sich - im Ersten Testament - aber immerhin vier biblische Stellen, die auf Arad Bezug nehmen. Sie stehen alle im Zusammenhang mit der Besiedelung des "gelobten
Landes" durch die Israeliten, die unter der Führung des Mose aus Ägypen geflohen waren (die bekannte Exodus - Erzählung). Im Buch Numeri (21,1ff) wird berichtet, daß die Israeliten die
Kanaanäer unter der Führung des Königs von Arad (wobei die Königreiche damals sehr klein waren) besiegen. Daran schließt sich die berühmte Erzählung von der kupfernen Schlange an.
Auch später wird im Kapitel 33, Vers 40 des 4. Buches Mose (Numeri) Arad im gleichen Zusammenhang erwähnt. Das eroberte Gebiet wird schließlich unter die israelitischen Stämme
aufgeteilt, wie im Buch Josua (12,14) berichtet wird. Auch im ersten Richterbuch (1,16) wird Arad in der Negevwüste im Zusammenhang mit der Landnahme der Stämme Israels erwähnt als
Gebiet der Stämme Juda (daher auch jüdäische Wüste und Judäa) und Simeon. Für Bibelforscher geben die Ausgrabungen in Arad wichtige Hinweise auf die Entwicklung des
Ein-Gott-Glaubens, denn dort gibt es einen JHWH - Altar, für den einen Gott des Volkes Israel. Die Kanaanäer dagegen verehrten eine Vielzahl von Göttern.