“Was kann ein gewöhnlicher Mensch tun, der vor einem gewaltigen Feuer steht? Er kann versuchen dem Brand zu entkommen und all die ihrem Schicksal zu überlassen, die nicht schnell genug laufen können oder nicht wissen wohin. Er kann herumstehen und jammern. Er kann die Schuld auf andere schieben. Er kann aber auch den Teelöffel, den er in der Hand hält, immer wieder mit Wasser füllen und es in die Flammen spritzen. ... Jeder von uns hat so einen Teelöffel. In diesen Tagen muß jeder, der für Frieden ist, Wasser besorgen - wenigstens einen Teelöffel voll - und es in das Feuer gießen.” Amos Oz, Schriftsteller aus Arad

Mehr über den Besuch von Arad’s neuem Bürgermeister Dr. Mordechai (Moty) Brill, Iris Kozlovich und Eydal Keydar finden Sie hier...

Weit entfernt und nur mit dem Flugzeug über Tel Aviv zu erreichen ist Dinslakens Partnerstadt in Israel: Arad, am Rande der Negevwüste und nahe am Toten Meer.

Die Partnerschaft besteht seit 1989 eingegangen.

Jüdische Bürger gehörten über Jahrhunderte selbstverständlich zur Gesellschaft unserer Stadt Dinslaken, sie haben das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben in Dinslaken geprägt. Dieses gemeinsame Leben endete mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933; und spätestens nach der Reichsprogromnacht des Jahres 1938 wurde auch denen, die zuvor nicht dem braunen Terror gewichen waren, klar, das ihnen die angestammte Heimat fremd geworden war.

 

 

 

Die Synagoge an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße wurde zerstört, zahlreiche Privatwohnungen geplündert und angesteckt, das israelitische Waisenhaus verwüstet, die Menschen geprügelt, getreten, gedemütigt. Heute erinnnern nur noch Gedenktafeln und Denkmale an die jüdische Gemeinde und an jüdische Menschen in Dinslaken. Mehr darüber erfahren Sie hier...

Mit der Städtepartnerschaft zwischen Dinslaken und Arad wollte man in Dinslaken einen neuen Anfang in den Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis wagen.

Arad ist eine relativ neue Stadt mit uralten Wurzeln. Die ersten Planungen begannen im Jahre 1960; 1962 kamen die ersten Bewohner in die Stadt, die im Laufe dieser kurzen Zeit immer wieder ihr Gesicht veränderte. Aus einer Barackensiedlung (von denen noch einige erhalten sind) wurde eine moderne, vielfältige, lebendige Stadt mit schönen Wohngebieten und einer guten Infrastruktur.

Viele Menschen jüdischen Glaubens aus der ehemaligen Sowjetunion und aus anderen Teilen der Welt sind in den letzten Jahren gekommen. Die Bevölkerung wächst ständig. Derzeit sind es etwa 25.000 Einwohner. Stadtplaner schließen eine Verdoppelung nicht aus. Die Stadt lebt von der Industrie, setzt aber zunehmend auf den Tourismus. Da lockt zum einen die bizarr anmutende Wüste, eine atemberaubende Landschaft mit inzwischen überwiegend seßhaft gewordenen Beduinen.

Zum anderen bietet die Wüste und das Tote Meer bei manchen Erkrankungen erstaunliche Heilungs- und Linderungsmöglichkeiten, z. b. für Neurodermitis-und Schuppenflechte-Patienten oder für Menschen mit Erkrankungen der Atemwege, die in Arad reine, pollenfreie Luft atmen können. Aber auch so ist das Ausruhen und Zeitung lesen auf dem Toten Meer ein Erlebnis. Einige Hotels in Arad bieten Kuranwendungen, ebenfalls die neuen großen Hotels am Ufer des toten Meeres in ca. 20 km Entfernung.

Nach Arad fährt man auch wegen der historischen Spuren Israels. Arad ist ein guter Ausgangspunkt für eine Rundreise. Oder - wie gesagt - für einen Kururlaub.

Und nach Arad fährt man als Dinslakener natürlich auch wegen der vielen sympathischen und engagierten Menschen, die diese Partnerschaft tragen und mit Leben erfüllen - einfach um sie wiederzusehen, mit ihnen zu reden und etwas zu unternehmen.

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