Das moderne Arad, Partnerstadt Dinslakens liegt ca. 11. km von den Ruinen des alten Arads entfernt, das eine der ältesten bekannten Städte der Menschheit war, besiedelt immerhin seit dem 4. Jahrtausend vor Christi, also schon vor 6.000 Jahren.

Das Alte Arad (Tel Arad) besteht aus einer unteren und einer oberen Stadt. Die “Unterstadt" (auf dem Luftbild rechts) war mindestens in der frühen kanaanäischen Periode (3.150 - 2.200 vor Christus) besiedelt. In dieser Zeit war sie eine der größten Städte Israels. In den 60er Jahren wurden hier umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen.

Die Plätze, Häuser, Tempel und Freiflächen waren bis ins Detail durchgeplant. Die Straßen waren so gebaut, daß das Regenwasser in ein Reservoir in den niedrigensten Teil der Stadt ab floß.

Die Wohnhäuser sind sämtlich nach einem einheitlichen Plan erbaut und umfaßten zwei Räume, einen großen Wohnraum und einen zusätzlichen Raum, der als Küche oder Vorratsraum genutzt wurde.

Dieser Haustyp bekam den Namen "Arad-Haus" und ist unter anderem im Israel-Museum in Jerusalem als Modell zu sehen.

 

 

(Das Foto oben zeigt dieses Modell, links sehen Sie weitere Überreste der “Unterstadt”.)

In den Ruinen wurde ein solches Haus komplett wieder rekontruiert. Eine massive Stadtmauer schütze damals die Stadt vor feindlichen Angriffen. Sie ist noch heute gut zu erkennen.

 

Die "Oberstadt" wird auch als "israelisches Fort" bezeichnet.

Hier der Blick von den kanaanäischen Ruinen zum Fort.

Vom Jahr 1.200 v. Chr. an war sie besiedelt. Eine Reihe von "Forts", von Befestigungsanlagen, wurden hier - jeweils auf den Ruinen des Vorgängerbaus errichtet.

Heute hat man übrigens die Türme der Anlage restauriert und das ursprüngliche Erscheinungsbild damit wiederhergestellt.

Bei Ausgrabungen fand man einen Tempel mit einem besonderen Raum für das "Allerheiligste". Dieser Tempel ist eine kleinere Version des Salomon - Tempels in Jerusalem. Es handelt sich um den einzigen jüdischen Tempel, der außerhalb Jerusalems bisher entdeckt wurde.

www.parks.org.il/ParksENG/company_c ard.php3?NewNameMade=0&from=116& CNumber=337192   - Nationalpark ARAD - Informationen über die Ruinen des alten Arads

Von Arad aus wurde eine 20 km lange Stichstraße durch die Wüste zur Westseite von Masada gezogen. Vom dortigen Parkplatz aus kann man in 20 bis 30 Minuten über die Rampe hinaufgehen, die die Römer für die Eroberung der Festung bauten.

Das Satellitenfoto zeigt links unten die alte kanaanäische Stadt; im rechten, oberen Bildrand kann man das Fort erkennen.

Kleiner geschichtlicher Überblick:

  • Kanaanitische Siedlung seit dem 4. Jahrtausend v.Chr. (schnelle Entwicklung zum Handelszentrum)
  • Blütezeit : um 2800 v.Chr., dann aber Zerstörung durch die Ägypter und ab ca. 2650 v.Chr. verlassen
  • Daraufhin bleibt Arad 1500 Jahre unbesiedelt
  • 1200 v.Chr.: Wieder lassen sich Kanaaniter dort nieder (nordöstlich vom ehem. Stadtkern). Aus dieser Zeit stammt der Opferaltar.
  • Die Israeliten befestigen die Siedlung mit Kasemattenmauern und widmen den Altar ihrem Wüstengott Jahwe.
  • Ende des 10.Jh.s v.Chr. zerstören ägyptische Truppen unter Pharao Sisak die salomonische Zitadelle, die aber bald wieder aufgebaut wird.
  • 9.Jh. v. Chr. : König Josaphat ersetzt die Kasemattenmauern durch einen Wall
  • Arad wird in der folgenden Zeit 4x zerstört und wieder aufgebaut.
  • Endgültige Zerstörung der israelitischen Zitadelle im 6. Jh. v.Chr. durch die Babylonier
  • Trotz Zerstörung blieb Arad weiterhin besiedelt und im 3. Jh. v.Chr. wurde sogar wieder ein Festungsturm errichtet, der später auch von den Römern verwendet wurde.
  • Besiedelung: mindestens bis ins 4. Jh. n.Chr.
  • in neuester Zeit: Errichtung des modernen Arad (11 km östlich des alten Arads)

Literaturtip:
Arad - eine 5.000 Jahre alte Stadt in der Wüste Negev, Israel; Katalog zur Ausstellung in Hamburg, Bonn, Wilhelmshaven, München und Berlin. Karl Wachholtz Verlag Neumünster 1992. 115 S. mit zahlr.Abb. Veröffentlichungen des Hamburger Museums für Archäologie und die Geschichte Harburgs. Nr. 64. Teddy Kollek - Alt-Bürgermeister von Jerusalem schreibt in seinem Vorwort: “Die alte Stadt Arad war von Kanaanitern bewohnt, wie uns moderne Forschungen berichten, die Vorfahren von Juden und Arabern waren. Tel Arad ist ein eindrucksvolles Beispiel unseres gemeinsamen Erbes und symbolisiert unser Zusammenleben, das wir zu fördern suchen. Vielleicht kann eine solche Ausstellung eines Tages in Amman, Damaskus oder Bagdad stattfinden.” Leider ist das Buch seit kurzem vergriffen und kann nur noch im Antiquariat bestellt werden:
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